Immer mehr Bielefelder fahren mit Bus und StadtBahn

Jahresabschluss 2017

15. Juni 2018

Fast 60 Millionen Fahrgäste, gute Noten von den Kunden, bestes Ergebnis in der Geschichte, Sondereffekte durch Verkauf der Anteile an der Westfalen Bahn: Die moBiel-Verantwortlichen blicken zufrieden auf das Geschäftsjahr 2017 zurück.

Besonders erfreulich: Die Fahrgastzahlen sind erneut gestiegen – wie in jedem Jahr seit 1990. 59,9 Millionen Fahrgäste nutzten 2017 die Busse und StadtBahnen von moBiel (2016: 59,6 Millionen). Das ist ein Anstieg um 0,5 Prozent. Eine wichtige Rolle bei diesem Fahrgastzuwachs spielt die wachsende Einwohnerzahl Bielefelds.

moBiel-Geschäftsführer Martin Uekmann freut sich, dass immer mehr Bielefelder den ÖPNV nutzen: „Unsere Busse und StadtBahnen sind das Rückgrat einer klimaschonenden Mobilität. Gut, dass wir 24 weitere Vamos-StadtBahnen bestellt haben. Das heute bestehende StadtBahn-Angebot stößt an vielen Stellen an die Kapazitätsgrenzen.“ 
Die neuen StadtBahnen können pro Fahr-zeug deutlich mehr Fahrgäste befördern, als die bisherigen M8C-Fahrzeuge. „Um die neuen StadtBahnen möglichst effizient einsetzen zu können und der Pflicht nach barrierefreiem Ausbau nachzukommen, wird ein Umbau der Linie 3 und der Bau von Hochbahnsteigen an dieser Strecke erforderlich“, ergänzt Kai-Uwe Steinbrecher, technischer Leiter von moBiel.

Die moBiel-Verantwortlichen betonen, dass es entscheidend ist das StadtBahn-Netz weiter auszubauen, zum Beispiel in Richtung Sennestadt, Hillegossen oder durch die Verlängerung der Linie 4. Die hierzu erforderlichen Diskussionen in Stadtgesellschaft und Politik zur Konkretisierung der Überlegungen laufen bereits. Erste Planungsaufträge für die Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt sind erteilt. „Jeder Fahrgast, den wir mit einem komfortablen und effizienten Bus- und Bahnangebot gewinnen, entlastet das Klima in unserer Stadt“, so Uekmann.

Gute Noten von den Kunden

Auch in 2017 haben die Kunden moBiel wieder gut beurteilt. Laut Kundenbarometer von TNS Emnid ist das Verkehrsunternehmen wieder unter den Top Ten in Deutschland. „Diese Beurteilung unserer Kunden ist erfreulich, da wir ihnen, bedingt durch die Baustellen im Stadtgebiet und den damit verbundenen Behinderungen des StadtBahn- und Busverkehrs, nicht immer die Pünktlichkeit bieten konnten, die wir uns zum Ziel gesetzt haben. Auch an dieser Stelle bedanken wir uns daher für das Verständnis und die Geduld unserer Fahrgäste“, so Cornelia Christian, kaufmännische Leiterin von moBiel. 
Hilfreich war nach Meinung der Fahrgäste die mobile Information über das Smartphone. Ein Zeichen, dass die moBiel-App gut bei den Bielefelderinnen und Bielefeldern ankommt. Auch beim Handy-Ticket-Verkauf werden ständig steigende Absatzzahlen verzeichnet.

Die Befragungsergebnisse bestätigen, dass immer mehr Bielefelder mit Dauerkarten in Bus und Bahn unterwegs sind – mittlerweile fast 85 Prozent. Die größte Kundengruppe mit gut 53 Prozent sind die Nutzer der verschiedenen Abo-Formen. Zudem ist die Zahl der Fahrgäste mit Monatsticket erneut mit 11 Prozent sehr stark angestiegen. moBiel vermutet, dass das an dem neuen Zusatznutzen liegt. Hier besteht nun wie beim Abonnement der Vorteil, dass das Ticket auf andere Personen übertragen werden kann und Kunden Personen oder Fahrräder zu bestimmten Zeiten mitnehmen können. Auf Rang zwei liegen die Schüler, Auszubildenden und Studierenden mit 30 Prozent. Einzel- und Vierertickets nutzen dagegen nur noch knapp zehn Prozent der moBiel-Fahrgäste.

Gestiegener Umsatz – gesunkenes Defizit

Die Umsatzerlöse stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 5,3 Prozent auf 61 Millionen Euro (2016: 57,9 Mio. Euro). Die Einnahmen umfassten im Wesentlichen die Erlöse aus dem Fahrkartenverkauf, Ausgleichszahlungen die kostenlose Mitnahme von Schwerbehinderten und die Ermäßigungen bei Auszubildenden-Tickets sowie dem Sozialticket vom Land und von Aufgabenträgern. Hinzu kommen sonstige Erträge wie Einnahmen aus erhöhtem Beförderungsentgelt und Sonderverkehren.
Die Kostenunterdeckung verringerte sich aufgrund des Sondereffektes aus dem Verkauf der Anteile an der Westfalenbahn auf 9,6 Millionen (2016: 20,6 Mio. Euro). Auf vergleichbarer Basis - ohne Berücksichtigung des Sondereffekts - erreichte der Jahresfehlbetrag das Vorjahresniveau. „Dieses Ergebnis freut uns sehr“, sagt Martin Uekmann. Wir sind mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin zukunftsfähig aufgestellt und können die Verkehrswende aktiv mitgestalten.“ Wesentliche Themen sind dabei die Steigerung der Fahrgastzahlen, eine zunehmende Digitalisierung sowie die Betrachtung neuer Verkehrsmodelle. Die steigenden Anforderungen der Fahrgäste werden zu neuen Angeboten wie flexible Mobilität und vernetzte Systeme führen und sind die Herausforderungen der Zukunft für den ÖPNV.

Stadtwerke übernehmen Verkehrsverluste

Die Verkehrsverluste von 9,6 Millionen Euro gleicht das Mutterunternehmen Stadtwerke Bielefeld aus, so dass die Stadt Bielefeld hiermit nicht belastet wird. Uekmann: „Keine Selbstverständlichkeit. In vielen deutschen Großstädten werden die Verkehrsverluste über den städtischen Haushalt ausgeglichen.“

Der Aufwanddeckungsgrad lag 2017 ohne den Sondereffekt bei 76,4 Prozent (2016: 75,4 Prozent) – das ist eine Steigerung um ein Prozent zum Vorjahr. Er bedeutet, dass moBiel gut Dreiviertel des betrieblichen Aufwands aus eigener Anstrengung decken konnte. Zum Vergleich: 1990, bevor der kostenintensive StadtBahn-Tunnel in Betrieb ging, lag dieser Wert bei 43 Prozent – bei nur 23,1 Millionen Fahrgästen.

Personal

2017 beschäftige moBiel 704 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stichtag: 31.12., Vorjahr: 711), darunter 407 Bus- und StadtBahn-Fahrer (2016: 402). In den vergangenen zwei Jahren kamen insgesamt 67 neue Fahrerinnen und Fahrer zu moBiel. Bis Ende 2018 plant das Unternehmen die Einstellung weiterer 70 Fahrer in Vollzeit und reagiert damit auf den erhöhten Personalbedarf, da das Unternehmen am 1. Januar 2019 alle bislang von der BVO betriebenen Kooperationslinien übernimmt.

15,4 Millionen Euro investiert

Im Jahr 2017 investierte moBiel 15,4 Millionen Euro (2016: 8,5 Millionen Euro). Der Schwerpunkt lag bei Fahrzeugen, Grundstücken und Gebäuden. Für den neuen Betriebshof in Sennestadt investierte das Unternehmen einschließlich des Grundstückskaufs 3,7 Millionen Euro. Außerdem kaufte moBiel für 3,8 Millionen Euro 13 umweltfreundliche Busse, fünf Gelenk- und acht Solobusse. Die besonders leisen, abgasarmen und Kraftstoff sparenden Busse, die zudem die strenge Euro-VI-Abgasnorm erfüllen, ersetzen neun ältere Fahrzeuge. Vier weitere Busse wurden zum anderen wegen einer weiteren Übernahme von Leistungen der BVO benötigt.

Weitere Investitionen erfolgten für Gleise, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen. Auf der Linie 2 wurde an der Herforder Straße für 2,9 Millionen Euro die Streckeninfrastruktur erneuert. Hierfür waren umfangreiche Gleisbauarbeiten, neue Signaltechnik und die Verlängerung von vier Hochbahnsteigen erforderlich. 
Die Investitionen für 90 Ticketautomaten beliefen sich in 2017 auf eine Million Euro. Die Gesamtsumme, für die zusammen mit der BBVG beschafften Ticketautomaten, liegt bei knapp 2,7 Millionen Euro. Die neuen Ticketautomaten ersetzen die inzwischen 25 Jahre alten Automaten und können den neuen Gemeinschaftstarif für ganz Westfalen ausgeben.

Umzug ins Kundenzentrum Jahnplatz Nr. 5

Im Sommer 2017 zogen die moBiel-Berater in das neu konzipierte Kundenzentrum der Stadtwerke Bielefeld Gruppe. Im »Jahnplatz Nr. 5« bekommen Kunden nun alle Beratungen und Informationen der Gruppe aus einer Hand. An der neuen Adresse für multimodale und intermodale Verkehrskonzepte können nun ideal ergänzende Dienstleistungen und Beratungen geboten werden, etwa rund um Belange der E-Mobilität von der Wallbox bis zum CarSharing-Angebot oder Fahrradverleih. Auch kombinierte Angebote zum Beispiel mit der BITel oder der BBF.

Investitionen in 2018

Auch 2018 wird moBiel im erheblichen Umfang in einen noch attraktiveren und leistungsfähigeren Nahverkehr investieren. Rund 49,4 Millionen Euro sind hierfür eingeplant. Investitionen in die Streckeninfrastruktur sollen von 2018 bis 2022 vorrangig in den Bau neuer Hochbahnsteige (Brackwede Hauptstraße, Marktstraße, Städtisches Krankenhaus, Hartlager Weg), einer dritten Linie für den Betrieb mit Vamos-Fahrzeugen sowie die Erneuerung der Brackweder Hauptstraße vorgenommen werden.

Der zweite Busbetriebshof in der Sennestadt wird in 2018 fertig. Hier sollen künftig zwischen 30 und 35 der dann insgesamt rund 120 moBiel-Busse untergebracht werden. Kai-Uwe Steinbrecher rechnet damit, dass im vierten Quartal der insgesamt rund 12 Millionen Euro teure Betriebshof betriebsbereit sein wird.

Planungen für den StadtBahn-Ausbau gehen weiter

Mit Hochdruck arbeiten die moBiel-Verkehrsplaner gemeinsam mit der Stadt und den Verantwortlichen in den Bezirken an der geplanten Ausweitung des StadtBahn-Netzes. Für die Verlängerung der Linie 4 vom Lohmannshof in Richtung Dürerstraße werden derzeit die Entwurfsplanungen durchgeführt, während für die Verlängerung am anderen Ende der Linie in das Dürkoppgelände bereits die Bauvorbereitungen laufen. „Ziel ist hier ein Bau-beginn im Herbst dieses Jahres“, so Dirk Artschwager, der bei moBiel die Verkehrsplanung leitet. Artschwager betont auch die Notwendigkeit, die weiteren Ausbauvorhaben angesichts wachsender Fahrgast- und Einwohnerzahlen voranzutreiben. 
Für die StadtBahn-Strecke nach Hillegossen ist für die zweite Jahreshälfte eine Machbarkeitsstudie vorgesehen zur Klärung der Frage, ob eventuell eine Verlängerung der Linie 2 ab Sieker günstiger ist als eine Verlängerung der Linie 3 ab Stieghorst.

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung werden Pläne entwickelt, dem Auftrag des Gesetzgebers „Ausbau des ÖPNV zu einem barrierefreien Angebot bis zum Jahr 2022“ nachzukommen. Bei der Verlängerung nach Sennestadt gehe man nach wie vor von einem Baubeginn für das Jahr 2021 aus. Dadurch erhalten 16.000 Einwohner der Bezirke Senne und Sennestadt eine direkte StadtBahn-Verbindung nach Brackwede und in die Bielefelder Innenstadt.

Für die Übernahme der BVO-Linien werden in 2018 22 Busse mit einem Wert von 6,3 Millionen Euro beschafft.

Ausblick

Die Digitalisierung ist auch im ÖPNV ein großes Thema. Hierzu entwickelt moBiel den digitalen Vertrieb weiter. Mit dem Beginn der Ausgabe von elektronischen Tickets erfolgt der Start in ein neues Zeitalter der Vertriebstechnik. Die Nutzung dieses neuen Vertriebsweges soll in den nächsten Jahren kontinuierlich ausgebaut werden. Das Thema der öffentlichen Mobilität steht im Rahmen der Diskussion um Luftreinhaltung immer mehr im Fokus.

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